Nicht
nur bei der Kreditvergabe, sondern auch bei der Geldanlage unterscheidet man
zwischen dem Nominalzinssatz und dem Effektivzinssatz. In der Regel ist es
bei den Geldanlagen so, dass der Effektivzinssatz niedriger als der
Nominalzinssatz ist, was damit zusammen hängt, dass bei vielen Geldanlagen
Kosten und Gebühren anfallen. Das Tagesgeld stellt hier allerdings eine
Ausnahme dar, da normalerweise weder Gebühren und Kosten für die
Kontoeröffnung als auch für die Kontoführung anfallen.
Aus diesem Grunde ist der Effektivzinssatz beim Tagesgeld in der Regel sogar höher als der Nominalzinssatz. Dieses ist dann der Fall, wenn der Kunde sein Kapital länger auf dem Tagesgeldkonto anlegt, also die Zinskapitalisierungs-Periode ist. Viele Anbieter von Tagesgeldern schreiben die Zinsen inzwischen nicht mehr nur jährlich, sondern vierteljährlich oder sogar monatlich dem Kapital des Kunden zu. Dadurch entsteht der so genannte Zinseszinseffekt, denn die Zinsen werden in der nächsten Periode mit verzinst.
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Wenn Sie als Kunde also beispielsweise am 1. Januar 10.000 Euro in ein Tagesgeld investieren und diesen Betrag bei einer monatlichen Zinsgutschrift ein halbes Jahr auf dem Konto lassen, dann werden im zweiten Monat schon nicht mehr nur die 10.000 Euro zu angenommenen drei Prozent (pro Jahr) verzinst, sondern insgesamt 10.025 Euro (10.000 Euro plus Zinsen für einen Monat). Während der Nominalzins der Tagesgeldanlage in diesem Falle also bei zum Beispiel 3,00 Prozent liegt, könnte der Effektivzinssatz beispielsweise 3,05 Prozent betragen.
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