Auch
wenn für die meisten Bürger die Inflation ein recht abstrakter Begriff ist,
so macht sich diese in der Praxis nicht nur in Form von steigenden Preisen
bemerkbar, sondern auch bei Geldanlagen spielt die Inflation als Teil der
Nettozinsen bzw. der Rendite eines Anlageproduktes eine größere Rolle. Um
die Inflation richtig in den Bereich der Geldanlagen einordnen zu können,
sollte man zunächst den Unterschied zwischen einer Brutto- und einer
Nettorendite kennen. Die Bruttorendite ist der reine Ertrag, den man aus
einer Kapitalanlage erhält. Erhält man zum Beispiel für eine Tagesgeldanlage
eine Verzinsung von jährlich drei Prozent, dann beträgt die Bruttorendite
ebenfalls drei Prozent. Wenn man nun allerdings noch Steuern und die
Inflation bzw. die Inflationsrate mit einbezieht, dann subtrahiert man diese
von der Bruttorendite und erhält so die Nettorendite. Die Nettorendite ist
demzufolge also stets geringer als die Bruttorendite und sagt deutlich mehr
über den realen „Gewinn“ einer Geldanlage aus.
Somit würde man derzeit zum Beispiel bei einer Tagesgeldanlage mit einer Verzinsung von drei Prozent keine Gewinn von drei Prozent erzielen, sondern der tatsächliche Wertzuwachs des Kapitals würde nach Abzug der Inflationsrate derzeit noch maximal 1,2 Prozent betragen (Steuern unberücksichtigt). Die Inflationsrate steht zudem in der Regel auch in fast direkter Verbindung mit dem Zinsniveau, und hat somit nicht nur eine direkte Auswirkung auf den Ertrag einer Anlage (Nettorendite), sondern steuert indirekt auch das Anlageverhalten der Kunden. Da bei einer stärkeren Inflation, wie bereits kurz erwähnt, zu viel Geld im Umlauf ist, also die Geldmenge zu groß ist, versucht die Zentralbank in der Regel durch eine Erhöhung der Zinsen dieser steigenden Inflation entgegen zu wirken. Der erwünschte Effekt wäre in diesem Fall, dass die Bürger aufgrund der höheren Zinsen mehr Kapital anlegen, und dieses dann nicht mehr „im Umlauf“ ist und somit die Geldmenge reduziert wird und die Inflation gebremst wird. In der aktuellen Wirtschaftslage ist allerdings der umgekehrte Fall vorhanden, nämlich dass zu wenig Geld am Markt vorhanden ist, sodass durch Zinssenkungen versucht wird, die Kreditvergabe zu erhöhen und die Menschen zum Konsum anzuregen, sodass wieder neues Kapital in den Geldkreislauf gelangt.
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