Sicherlich
werden einige Anleger der Meinung sein, dass die oftmals so empfohlenen
Tagesgeldvergleiche gar nicht wirklich notwendig sind, weil die Zinsen sich
kaum unterscheiden. Auch wenn dieses sicherlich für manche Geldanlagen
zutrifft, so stellt sich die Situation beim Tagesgeld gänzlich anders dar.
Dieses liegt in erster Linie daran, dass es beim Tagesgeld inzwischen zwei
Arten von Konditionen gibt, nämlich zum einen die Normalkonditionen, und zum
anderen die Sonderkonditionen für Neukunden. Das sich diese angebotenen
Zinssätze zwischen den Anbietern zum Teil drastisch unterscheiden und dass
man als Anleger somit eine Menge Geld „verlieren“ im Sinne von nicht
erhalten kann, soll im Folgenden an einigen Beispielen verdeutlicht werden.
Beispiel 1: Der Kunde A hat
seit zwei Jahren einen Betrag von 10.000 Euro
als Tagesgeld bei einer Bank angelegt. Der
Zinssatz ist einigen Schwankungen unterlegen,
bewegt sich aber im Durchschnitt im Bereich von
rund drei Prozent. Kunde A erhält somit in zwei
Jahren einen Zinsertrag von insgesamt 600 Euro.
Bei diesen drei Prozent handelt es sich auch um
die derzeit gültige Durchschnittsverzinsung im
Tagesgeldbereich.
Kunde B hingegen betriebt seit ebenfalls zwei
Jahren das inzwischen beliebte Zinshopping bzw.
Tagesgeld-Hopping. Das bedeutet, er wechselt
immer dann den Anbieter, wenn er als Neukunde
bei einer anderen Bank einen günstigeren
Zinssatz erhält. Aufgrund der täglichen
Fälligkeit des Tagesgeldes ist dieses auch
jederzeit ohne Kosten möglich. Auf diese Art und
Weise hat Kunde B in den letzten zwei Jahren
eine Verzinsung von durchgehend sechs Prozent
erzielen können, also doppelt so hoch, wie Kunde
A. Daher sammelt sich beim Kunden B ein
Zinsertrag von insgesamt 1.200 Euro an, während
der Kunde A mit 600 Euro nur die Hälfte erhält.
Beispiel 2: Die Differenz wird beim obigen Beispiel natürlich noch größer, wenn man das Tagesgeld insgesamt nicht nur für zwei Jahre nutzt, sondern für fünf, acht oder zehn Jahre. Bei dieser längeren Anlagedauer ergeben sich dann beispielsweise mit den gleichen Werten wie zuvor gerechnet folgende Werte: Kunde A erhält bei einer Anlagedauer von fünf Jahren Zinsen in Höhe von insgesamt 3.000 Euro, Kunde B erhält im gleichen Zeitraum 6.000 Euro. Bei einer Anlagedauer von acht Jahren wären es beim Kunden A Zinserträge von 4.800 Euro, bei Kunde B sammeln sich 9.600 Euro an. Rechnet man mit einer Anlagedauer von zehn Jahren, so bekommt Kunde A Zinsen in Höhe von 6.000 Euro, während Kunde B 12.000 Euro erhält.
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Beispiel 3: Die Differenzen zwischen dem besten und dem durchschnittlichen Zinssatz für Tagesgelder werden natürlich nicht nur mit steigender Anlagedauer immer größer, sondern ebenso mit steigender Anlagesumme. Legt man zum Beispiel wie in den vorherigen Beispielen nicht 20.000 Euro, sondern 100.000 Euro an, sind die Zahlen noch beeindruckender. In diesem Falle hätte Kunde A zum Beispiel folgende Zinserträge: Nach einem Jahr: 3.000 Euro, nach fünf Jahren: 15.000 Euro, nach zehn Jahren: 30.000 Euro. Kunde B hätte hingegen wiederum jeweils die doppelt so hohe Summe an Zinserträgen, nämlich nach einem Jahr 6.000 Euro, nach fünf Jahren 30.000 Euro und nach zehn Jahren 60.000 Euro.
Beispiel 4: Um die Nachteile anhand von Beispielen zu verdeutlichen, die sich aus einem nicht durchgeführten Anbietervergleich im Bereich Tagesgeld ergeben können, muss man heute nicht unbedingt mit großen Summen und langen Laufzeiten rechnen, sondern bereits „im Kleinen“ ergeben sich größere Unterschiede hinsichtlich der Rendite. Derzeit liegt das schlechteste Angebot im Tagesgeldbereich bei 0,75 Prozent, das beste Angebot liegt hingegen bei 6,00 Prozent. Falls man sich nun als Anleger für das Angebot von 0,75 Prozent entscheidet, weil man vielleicht keinen Anbietervergleich durchgeführt hat oder weil es sich beim Anbieter ohnehin um die Hausbank handelt, die man nicht „wechseln“ möchte, erhält man in einem Jahr bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro gerade mal 75 Euro an Zinsen. Entscheidet man sich hingegen immer für das momentan beste Angebot im Tagesgeldbereich, kann man auch derzeit noch eine Rendite von sechs Prozent bekommen, man erhält also insgesamt 600 Euro an Zinserträgen im Jahr. Hoch gerechnet auf eine Anlagedauer von fünf Jahren wäre das ein Verhältnis von 375 Euro zu 3.000 Euro.
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