Den
Vergleich zwischen Tagesgeld und Sparbuch könnte man auch als Vergleich „Neu
gegen Alt“ beschreiben. Das Sparbuch wird seit vielen Jahrzehnten von vielen
Deutschen als Geldanlage genutzt, während man das Tagesgeld als Privatkunde
erst seit einigen Jahren im heutigen Umfang nutzen kann. Das Sparbuch gibt
es in mehreren Varianten, wobei man hier in der Regel zwischen dem
Normalsparbuch und den Sparanlagen mit einer Sonderzinsvereinbarung wie das
Zuwachssparen oder Spar-Zertifikate unterscheidet. Der einzige Bereich, wo
das Sparbuch heute noch mit dem Tagesgeldkonto mithalten kann, ist die
Sicherheit der jeweiligen Anlageform. Sowohl Sparbuch als auch Tagesgeld
sind durch die Einlagensicherung in Deutschland geschützt und daher gelten
beide Produkte auch als sehr sicher. Ferner verursachen weder Sparbücher
noch Tagesgeldanlagen Kosten für den Kunden, wobei manche Banken für die
Auflösung von Sparkonten hin und wieder noch Gebühren verlangen.
Neben der Sicherheit und den Gebühren ist für die meisten Anleger vor allem die Verfügbarkeit und die Rendite der gewählten Kapitalanlage von entscheidender Bedeutung. In beiden Punkten ist das Sparbuch heute dem Tagesgeld deutlich unterlegen. Das auf dem Normalsparbuch befindliche Guthaben ist zwar täglich verfügbar, aber ab einer Summe von über 2.000 Euro im Monat muss man diese entweder drei Monate vorher kündigen, oder es werden beim Verfügen des Betrages Vorschusszinsen berechnet. Gleiches gilt für Spareinlagen mit einer Sonderzinsvereinbarung. Hier sind Kündigungsfristen bzw. Höhe der „Strafzinsen“ sogar noch größer als beim Normalsparbuch. Das auf dem Tagesgeldkonto befindliche Guthaben kann man hingegen jederzeit ohne Kündigung und ohne Zinsverluste etc. verfügen. Von der Rendite her kann das Sparbuch ebenfalls nicht mit dem Tagesgeld Schritt halten.
Hinsichtlich Verfügbarkeit und Rendite ist das Tagesgeld dem Sparbuch deutlich überlegen.
Derzeit erhält man für ein Guthaben auf dem Normalsparbuch gerade mal 0,50 Prozent Zinsen. Hat man sich für eine Sondersparform entschieden, sind immerhin noch Zinssätze bis zu zwei Prozent möglich. Beim Tagesgeld erhält man auch derzeit noch durchschnittlich eine Verzinsung von rund drei Prozent. Entscheidet man sich als Neukunde beim jeweiligen Anbieter für die Tagesgeldanlage, so kann man sogar bis zu sechs Prozent an Zinsen erhalten, wenn man eine oder zwei zusätzliche Voraussetzungen erfüllt. Auch bei der Frequenz der Zinsgutschrift schneidet das Tagesgeld besser ab. Diese erfolgt je nach Anbieter monatlich, quartalsweise oder jährlich, währen die Zinskapitalisierung bei den Spareinlagen immer nur einmal im Jahr erfolgt. Daher kann man beim Tagesgeld einen Zinseszinseffekt nutzen.
Fazit: Beim Vergleich zwischen Sparbuch und Tagesgeld geht das Tagesgeld als eindeutiger „Sieger“ hervor. Es gibt aufgrund der genannten Unterschiede keinen einzigen Grund, warum man sich heutzutage für das Sparbuch und gegen das Tagesgeld entscheiden sollte, denn bis auf die Sicherheit, wo beide Produkte gleichauf liegen, weist das Tagesgeld in allen weiteren Punkten Vorteile gegenüber dem Sparbuch auf.
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