Während
das Tagesgeld als sichere und zudem noch relativ rentable Form der
Geldanlage im kurzfristigen Bereich sicherlich den meisten Kunden inzwischen
ein Begriff ist, ist die Tagesanleihe noch nicht so bekannt. Es handelt sich
bei der Tagesanleihe um ein Wertpapier des Bundes, welches im Grunde eine
Mischung zwischen Bundeswertpapier und Tagesgeld darstellen soll. Laut der
Finanzagentur des Bundes soll die Tagesanleihe so sicher wie
Bundeswertpapiere sein und zugleich so flexibel wie ein Tagesgeld sein.
Tatsächlich gibt es auch nur wenige Unterschiede zwischen dem Tagesgeld und
der Tagesanleihe. Bei beiden Finanzprodukten handelt es sich um sehr sichere
Geldanlagen, die jederzeit verfügbar sind. Zudem kann der Kunde sowohl die
Tagesanleihe auch als das Tagesgeld kostenlos und ohne Gebühren nutzen.
Weder bei der Tagesanleihe noch bei den von den Banken angebotenen
Tagesgeldern muss der Kunde einen Mindestbetrag anlegen.
Neben den Gemeinsamkeiten weisen Tagesgeld und Tagesanleihe auch Unterschiede auf
Der erste kleine Unterschied zwischen Tagesgeld und Tagesanleihe, der aber für den Kunden im Grunde noch völlig unerheblich ist, ist die Tatsache, dass die Tagesanleihe vom Bund (von der Finanzagentur) emittiert wird, während das Tagesgeld von Banken angeboten wird. Einen Vorteil bietet die Tagesanleihe des Bundes im Vergleich zum Tagesgeld im Hinblick auf die Frequenz der Zinsgutschrift. Ist beim Tagesgeld schon eine monatliche Verrechnung der Zinsen sehr nennenswert, so werden die Zinsen im Rahmen der Tagesanleihe täglich kapitalisiert. Somit kann der Anleger den Zinseszinseffekt bei der Tagesanleihe auf die bestmögliche Art und Weise nutzen. Wenn man die Tagesgelder allerdings im Hinblick auf die zu erwartende Rendite, also der Höhe der Zinsen, vergleicht, so schneidet das Tagesgeld im Durchschnitt deutlich besser als die Tagesanleihe ab. Die Zinssätze der Tagesanleihe orientieren sich am so genannten EONIA-Zinssatz, einem Zinssatz, zu dem sich die Banken untereinander über Nacht Geld ausleihen bzw. für kurzfristige Anlagen zahlen. Der am EONIA orientierte Zinssatz für die Tagesanleihe liegt aktuell (Stand Juni 2009) bei nur rund 0,75 Prozent. Nimmt man die Durchschnittszinsen der aktuell angebotenen Tagesgeldanlagen der Banken, und bezieht man hier auch Bonifizierungen für Neukunden mit ein, so beträgt der Zinssatz für Tagesgelder derzeit rund 2,5 bis 3,0 Prozent pro Jahr. Teilweise sind bei einzelnen Anbietern für Neukunden sogar Zinssätze von bis zu fünf Prozent unter bestimmten Bedingungen möglich.
Fazit: Aus dem Vergleich zwischen Tagesgeld und Tagesanleihe ergibt sich im Grunde ein eindeutiges Ergebnis, wenn man sich als Kunde überlegt, in welche der beiden Anlageformen man sein Kapital investieren soll. Aufgrund der deutlich höheren Zinssätze beim Tagesgeld, die auch durch den kleinen Nachteil der geringeren Frequenz der Zinsgutschrift nicht wesentlich „reduziert“ werden, gibt es eigentlich keinen Grund, sein Kapital derzeit in die Tagesanleihe des Bundes zu investieren. Das Tagesgeld bei einer deutschen Bank ist genauso sicher, schnell verfügbar, kostenlos und flexibel wie die Tagesanleihe, und bietet zudem noch deutlich höhere Zinsen, die bis zum sechsfachen der möglichen Rendite für die Tagesanleihe reichen können.
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